Der Bau der Großglockner Hochalpenstraße

Bald nach dem ersten Weltkrieg tauchte der Gedanke auf zwischen Brenner und Katschberg einen mit Auto benutzbaren Übergang über den Alpenhauptkamm zu schaffen. 1922 wurden die ersten vorbereitenden Planungsarbeiten begonnen. 1924 erhielt dann Dipl.-Ing. Franz Wallack den Auftrag ein Projekt für diese Straße zu erstellen. Für die Straßenführung wurden mehrere Varianten eingebracht, darunter auch eine Führung durch das Käfertal und eine Untertunnelung der Pfandelscharte, schließlich setzte sich aber doch die Variante der jetzigen Straße durch.

Die Großglockner Hochalpenstraße

Die Großglockner Hochalpenstraße

Am 30. August 1930 erfolgte auf beiden Seiten der Spatenstich bzw. der erste Sprengschuss. Gebaut wurde nach den Plänen von DI Wallack, der auch die Gesamtleitung hatte. Der Seher von Heiligenblut, ein alter Benedikt, der 1759 verstorben ist, hat den Bau der Glocknerstraße vorausgesagt. Seine Voraussage lautete sinngemäß: Es wird eine Zeit kommen, wo Wagen ohne Seilzug, Pferd oder Ochsen bergauf fahren, es werden sich große Vögel ohne Flügelschlag hoch in der Luft bewegen und über den "Bluater Tauern" wird eine Straße gebaut werden, die aber nie fertig wird.

Hofrat Wallack legt in seinem Buch über die Straße diese Weissagung so aus, dass diese Straße immer wieder den Verkehrsverhältnissen angepasst wird werden müssen und die Naturgewalten in dieser Höhenlage immer wieder Ausbesserungsarbeiten erfordern werden. 1932 sollte der Bau wegen Geldmangel eingestellt werden. Nach einer Bittschrift an die Bundesregierung von allen Gemeinden von Heiligenblut bis Dölsach in Osttirol und bis Möllbrücke im Mölltal wurde die Straße doch weiter gebaut.

1932 Eröffnung der Straße von Heiligenblut zur Franz Josefs Höhe. Die erste Überquerung des Tauernmassivs mit einem Auto auf der neuen Straße erfolgt am 22.9.1934 durch Landeshauptmann Dr. Rehrl und DI Wallack in einem Steyr 100 in fünf Stunden. Die Trasse war damals teilweise erst 1,65 m breit.

Die Eröffnung der gesamten Straße von Heiligenblut bis Bruck erfolgte am 3. August 1935. Die Straße hat einschließlich der Gletscher- und Edelweißspitzestraße eine Länge von 58,3 km. Südrampe 14.4 km, Scheitelstrecke Hochtor - Fuschertörl 6 km, Nordrampe 27,4 km. Hochtortunnel 311 m und Mittertörltunnel 117 m lang. Von der Edelweißspitze sieht man 37 Dreitausender.

Die Aufschrift über der Einfahrt zum Hochtortunnel auf der Südseite lautet: "In te Domini speravi" - In dem Herrn liegt die Hoffnung. Im Zuge der Straße wurden 67 Brücken und 27 Kehren gebaut. 410.000 Kubikmeter Fels gesprengt, 16.000 Wehrsteine eingegraben und 24 Notrufsäulen installiert. 25,8 Mio. Schilling kostete der Bau. Um 2,2 Mio. weniger als veranschlagt und gab 5 Jahre lang in der damaligen wirtschaftlichen Notzeit 3.200 Menschen Arbeit und Brot. Die ganze Großglocknerstraße ist mit aufgestellten Steinen gepflastert.

In te Domini speravi

In te Domini speravi