Die Chronik des Wappens

Bernhard Alois

Etwa um 1975 bekundete die Kärntner Landesregierung den Willen der Gemeinde Döllach ein Wappen zu verleihen. Gleichzeitig wurde auch ein Muster des vorgesehenen Wappens übermittelt. Das Wappen enthielt das Bindenschild des Putzschen Wappen und in der Mitte die drei gebundenen Hagebuttenfrüchte. Obwohl ein Verantwortlicher der Landesregierung gesagt hat: „Der Melchior und der Putz, sind beide nichts nutz“, wollte man der Gemeinde Döllach das Putzsche Wappen in etwas abgeänderter Form verleihen. Bei der Gemeinderatssitzung in der die Wappenfrage behandelt wurde, erhob ich dagegen Einspruch und verpflichtete mich mehrere Entwürfe für das Döllacher Gemeindewappen vorzulegen. Ich entwarf verschiedene Entwürfe für das Wappen, die von einem technischen Zeichner vorlage-richtig angefertigt wurden. Ich legte dann rund 15 verschiedene Entwürfe dem Gemeinderat vor, der sich mehrheitlich für das heutige aussprach. Mit diesen Unterlagen wurde der Vorgang wieder dem Amt der Kärntner Landesregierung vorgelegt.

Am 05.09.1978 wurde das heutige Wappen, genau nach einem von mir vorgelegten Entwurf, ohne die kleinste Veränderung der Gemeinde verliehen. Bei der Wappenverleihung sagt Landesrat Schober, die Gemeinde Döllach hätte schon lange ein Wappen, aber sie ist ja mit dem Entwurf der Landesregierung nicht einverstanden gewesen.

Das Wappen der Gemeinde Döllach ist ein sprechendes Wappen und bringt die historischen und natürlichen Gegebenheiten der Gemeinde durch die in ihm enthaltenen Bildelemente zum Ausdruck.

Das damalige Wappen

Das damalige Wappen

Das heutige Wappen

Das heutige Wappen

Der goldene Zweiberg mit dem von ihm gebildeten Taleinschnitt spielt sowohl auf den einstigen Goldbergbau des Mölltales als auch auf die Bedeutung der Namen „Döllach“ (von slow. Doljah = bei denen im Tal) an. Auf den einstigen Goldbergbau, dessen Hauptort und Zentrum Döllach, im ganzen Großkirchheimer Bergwerkbezirk war, weist auch das Bergwerkzeichen hin, mit dem der eine Berg belegt ist. Ebenso trifft dies für die Hauptfigur des Wappen, die Silhouette des Schlosses Großkirchheim in Döllach zu, das von der Gewerkenfamilie der Putzen erbaut wurde und in der Blütezeit des Edelmetallbergbaues im Mölltal Sitz der Herrschaft Großkirchheim und des Gewerken war. An dieses bedeutende aus Augsburg stammende Gewerkengeschlecht erinnern im Wappen auch die drei goldenen Rosen im roten Schildhaupt und die drei Heckenrosenfrüchte, mit welchem der, heraldisch gesehen, rechte Berg belegt ist.

Das Wappen von Döllach, heute Großkirchheim, ist farblich und gestalterisch sehr schön und gelungen und eines der schöneren Wappen des Mölltales. Ich bin froh darüber, dass der Gemeinderat von damals meine Bedenken gegen den vorgelegten Entwurf geteilt hat.


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