Die Neuordnung der politischen Verwaltung 1849

1849 wurde der Villacherkreis wieder mit dem Klagenfurterkreis vereinigt und Kärnten hatte wieder eine einheitliche Verwaltung. In diesem Jahr wurden auch die politische Verwaltung und die Gerichtsbarkeit in Österreich neu geordnet. In Spittal entstand als Verwaltungszentrum des Oberkärntner Raumes die heutige Bezirkshauptmannschaft Spittal. 1851 nahm sie ihre Arbeit in vollem Umfang auf. In Winklern wurde ein Bezirksgericht eingerichtet, dem auch das Steueramt angeschlossen war. Der Gerichtssprengel umfasste die Gemeinden von Stall bis Heiligenblut. Die Bezirksobrigkeit in Stall wurde gleichzeitig aufgelassen. Die tiefgreifendste Änderung für das öffentliche Leben brachte wohl das „provisorische Gemeindegesetz von 1849“. Besonders durch den an seinem Anfang stehenden Satz: „Die Grundfeste des freien Staates ist die freie Gemeinde“. Mit diesem Gesetz wurde die freie Wahl des Gemeindevorstehers, sprich Bürgermeister, der Gemeindevorstände und des Gemeindeausschusses angeordnet.

Weiters verlieh dieses Gesetz der Gemeinde das Recht der Selbstverwaltung ihres Vermögens und der Regelung ihrer eigenen Angelegenheiten. Mit diesem Zeitpunkt ist auch die Bezeichnung „Bürgermeister“ für den Gemeindevorsteher üblich geworden. In der heutigen Nationalparkregion entstanden durch dieses Gesetz die Gemeinden:
Heiligenblut mit den Katastralgemeinden Apriach, Rojach, Zlapp und Hof,
Mitten, mit den KG. (Katastralgemeinden) Mitten und Putschall,
Döllach, nur KG. Döllach,
Sagritz, mit den KG. Sagritz und Winkelsagritz,
Winklern, mit den KG. Mörtschach, Stranach, Winklern und Reintal,
Rangersdorf, mit den KG. Lainach und Rangersdorf,
Stall, mit den KG. Sonnberg, Tresdorf, Stall und Gößnitz.
Die Gemeinde Mitten wurde 1856 mit der Gemeinde Sagritz vereinigt.
Mörtschach wurde erst 1898 mit den KG. Mörtschach und Stranach eine eigene Gemeinde.
1970 wieder mit Winklern vereinigt, wurde es 1991 wieder eine selbständige Gemeinde.
1851 wurde die Selbständigkeit der Gemeinden insofern wieder eingeschränkt, dass die Gemeindevorstände von der Regierung bestätigt werden mussten und wichtige Beschlüsse in eigner Angelegenheit zur Überprüfung vorgelegt werden mussten. 1883 wurde das Grundkatasterevidenthaltungsgesetz beschlossen, wodurch der stabile Kataster außer Steuerzwecken auch der Rechtspflege diente. Das Steueramt wurde 1922 von Winklern nach Spittal verlegt. 1979 wurde das Bezirksgericht Winklern, trotz Protest der betroffenen Gemeinden, aufgelöst und nach Spittal verlegt.

1983 wird die Gemeinde Döllach in Gemeinde Großkirchheim umbenannt. 1939 wurden die Gemeinden Döllach und Sagritz bei Erhaltung ihrer Selbständigkeit zu einer Bürgermeisterei vereinigt. Mit 1. April 1942 wird aus den Gemeinden Sagritz und Döllach die Gemeinde Döllach gebildet. Der Antrag auf Umbenennung in Gemeinde Großkirchheim wurde von der Bauleitung abgelehnt. Mit 15. Oktober 1945 werden die Gemeinden Döllach und Sagritz wieder getrennt, behalten aber die gemeinsame Verwaltung. 1954 werden die Gemeinden Döllach und Sagritz auf Antrag der Gemeinde Sagritz, mit dem Gemeindenamen Döllach-Sagritz, zusammengelegt. 1956 wird der Gemeindenamen auf Döllach abgeändert. 1862 erhielten die Gemeinden wieder die volle Selbstverwaltung, die eingeschränkt bis heute noch Gültigkeit hat.


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