Evangelische Gläubige

Sehr viele Knappen, besonders Fachleute die aus Deutschland eingewandert sind, waren Angehörige des evangelischen Glaubens. So ließ Melchior Putz im Bereich des heutigen Schlosshofes eine evangelische Kirche errichten. Sie soll im weiten Umkreis die einzige evangelische Kirche gewesen sein. Heute sind von der Kirche nur noch Ausnehmen und Stufen vom Aufgang auf die Kanzel, rechts vom südwestlichen Durchgangstor zu Hotel Schlosswirt zu sehen. Döllach soll um 1600 zur Gänze „lutherisch“, wie man die Evangelischen damals nannte, gewesen sein. Auch ein Pastor war damals ständig in Döllach. Auch einen eigenen evangelischen Friedhof gab es bei der Kirche in Döllach. Dieser musste nach der Gegenreformation auf Anordnung des Bischofs aufgelassen werden und wurde zur evangelischen Kirche beim Schloss verlegt. Ein Visitationsbericht aus 1615 sagt, dass die Kirche in Döllach St. Andreas ohne Friedhof genannt ist. Doch wurde dort von den häretischen Edlen von Putz ein ummauertes Begräbnisfeld für Häretiker (Ketzer) geschaffen, welches dann im Auftrag vom Erzbischof durch die weltliche Macht beseitigt wurde. Aus 1676 besagt ein Bericht, dass bei den abgekommenen Schmelzhütten ein mit Mauer umgebener lutherischer Friedhof sei, auf dem aber schon lange niemand mehr beerdigt worden wäre, weil die ganze Pfarre eifrig katholisch ist.

Die Gegenreformation – ist Protestantenvertreibung
1600, am 14. September erließ Erzherzog Ferdinand das Ultimatum an alle Evangelischen sich entweder innerhalb von drei Monaten für katholisch zu erklären oder sie würden des Landes verwiesen. Innerhalb der drei monatigen Frist hatten die Evangelischen auch von ihren ordentlichen katholischen Pfarrer die Sakramente zu empfangen. 1579 sollte Putz auf Weisung der geistlichen Obrigkeit sein Kirchlein in Döllach sperren und den Prädicanten entfernen. Auf ein Gesuch konnte er Aufschub erreichen. Die Putzen von Kirchheimegg gehörten dem ständischen Adel an und wurden von der Gegenreform nicht betroffen. Sie konnten im Lande bleiben. 1587 kam ein neuerlicher Befehl von Erzherzog Karl die Kirche niederzureißen und den Prädicanten zu entfernen. Aufgrund eines Einspruches und der Bitten der Kärntner Landschaft musste der Befehl nicht vollzogen werden. 1598 erging ein neuerlicher Befehl vom Erzherzog Karl die Kirche niederzureißen und den Prädicanten zu entfernen. Am 16. September 1600 wurden die Pfarrherren von Irschen, Nikolsdorf und Großkirchheim in einer Besprechung in Oberdrauburg, an der sie zwingend teilnehmen mussten, verpflichtet die Putzische sektische Kirche einzureißen, was dann auch geschehen ist. Die drei Monate Frist wurde oft nicht eingehalten. Endgültiger Abzug musste bis Lichtmess' 1604 vollzogen sein. Die Frist war allerdings von den Organen der Vollziehung abhängig.