Filialkirche hl. Andreas

Am 30.5.1389 wird die Kirche als Filiale zu „St. Veit“ gelegentlich eines Ablasses zum ersten Mal genannt. Sie wird dann erst wieder am 15.3.1512 erwähnt. Im Visitationsbericht von 1615 wird sie als Filiale „St. Andreae“ mit drei Altären genannt und von zweien wusste man nicht, ob und wem sie gewidmet waren. Obwohl die Kirche keinen Friedhof hatte, hatten die häretischen Edlen Putz in Siflitz für die Häretiker ein ummauertes „Begräbnis“ geschaffen, das im Auftrag des Erzbischofes durch die weltliche Macht zu beseitigen wäre. Am 27.6.1676 wird die Kirche als klein und nur zum Teil geweiht bezeichnet; die Altäre waren geweiht. Im „Marktflecken“ (auch „oppidum“) war bei den „abgekommenen Schmelzhütten ein mit Mauer umgebener Lutherischer Freithof, darin aber von vielen Jahren her niemand mehr begraben, weil

Döllacher Kirche vor der Renovierung

Döllacher Kirche vor der
Renovierung

derzeit kein Lutherischer mehr sich an diesem Ort befunden, sondern die ganze Pfarr eifrig katholisch ist“ (wörtliches Zitat). Nach Hohenauer wurde 1731 an der Filiale St. Andrä ein Benefizium gestiftet. 1752 folgte dem Christian Purgstaller als Benefiziat Ignaz Tallmeintzger. Am 11.8.1782 hatte das Benefizium St. Andrä Christian Gammerer inne. Als Patron wird der Archidiakon von Gmünd bezeichnet. 1784 gibt es eine Christenlehrbruderschaft. 1879 wurde das Verhältnis der Pfarrpfründe zum Benefizium in Döllach geregelt. 1883 wurde die Sakristei eingedeckt.

Die Filialkirche zum Hl. Andreas ist ein mittelgroßer, spätgotischer Bau. Am Westportal findet sich die Jahreszahl 1536 und am Südportal die zahl 1538. Das einschiffige Langhaus ist barockisiert. Zweijochiger Chor (Altarraum) mit 3/8 Schluss. Der Turm hat eine Biedermeierhaube. Die Portale sind aus Serpentin mit Rundstabprofilierungen. Das Langhaus ist flach gedeckt und der Chor mit Netzrippengewölbe über Konsolen. Rechteckige Fenster anstelle der ursprünglichen spitzbogigen. Deckengemälde im Langhaus mit Darstellung von Bischof Kahn, bezeichnet mit der Jahreszahl 1915. Die Einrichtung ist neugotisch. Der Hochaltar zeigt das Bild von der Anbetung der Hirten (in historisierenden Elementen der italienischen Renaissance). Eine alte Glocke zeigt die Jahreszahl 1738, gegossen von Josef Grassmayr.

Die Döllacher Kirche heute

Döllacher Kirche vor der
Renovierung

Kirchenpatron Andreas
Der hl. Apostel Andreas ist in Bethsaida (Galiläa) geboren, wohnte mit seinem Bruder Simon Petrus in Kapharnaum (am See Genesareth), wo die beiden ein Haus besaßen (Mk. 1,29) und Fischerei betrieben. Er war zuerst Jünger des Täufers. Er missionierte in der Gegend des Schwarzen Meeres, in Bulgarien und Griechenland. Nach einem Rundschreiben der Priester von Achaia erlitt er in Patras unter dem Statthalter Aegeates am 30. Nov. 60 den Tod am schrägen Kreuz. Seine Gebeine kamen 356 nach Byzanz, 1208 nach Amalfi bei Neapel, das Haupt kam 1462 nach Rom und 1964 zurück nach Patras in Griechenland. Er wird verehrt als Patron der Fischer, Bergwerksleute, Metzger und Seiler. Brauchtum: Der Andreastag war Zahl- und Liefertermin und Lostag für das Wetter. Die Andreasnächt, mit der die „Klöpfelnächte“ beginnen, galt als Orakelnacht für Handel und Heirat. Name: „Andreas“ kommt aus dem Griechischen und bedeutet „männlich, tapfer“. Gebet: Allmächtiger Gott, du hast deiner Kirche den heiligen Apostel Andreas als Boten des Glaubens und als Hirten gegeben. Gib auch uns, dass wir den Glauben ebenso tapfer bekennen.


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