Pfarrkirche hl. Georg mit Friedhof in Sagritz

Eine Studie nennt 25 österreichische Gemeinden als „Priester-Mistbeete“. Die Pfarre Sagritz in der Gemeinde Großkirchheim ist eines davon. Zwölf Priester-Berufungen gab es in der Pfarre Sagritz in den vergangen hundert Jahren. Wissenschaftlich untermauert hat dieses Phänomen der Innsbrucker Jurist und Politologe Andreas Maislinger. Er suchte nach Gemeinden im deutschen Sprachraum aus denen viele geistliche Berufe hervorgegangen sind. Insgesamt fand er 25 in Österreich. „Ich nenne Gemeinden, die viele Priester hervorbracht haben, Priester-Mistbeete. Die Berufung muss nämlich eingepflanzt und gehegt werden, wie in einem Mistbeet“, erklärt Maislinger. 

Pfarrkirche hl. Georg in Sagritz

Pfarrkirche hl. Georg in Sagritz

Zwei Kriterien muss eine solche Gemeinde erfüllen: Mindestens ein aktiver Priester pro 500 Katholiken und zehn oder mehr Priesterweihen in den vergangenen hundert Jahren. In jenen Gemeinden herrscht, laut Maislinger, „eine Atmosphäre lebendiger Religiosität und gelebten Glaubens.“ Bestätigen kann diese Aussage der Irschener Pfarrer Josef Granig der aus der Pfarrgemeinde Sagritz stammt. „Bei uns wurde täglich der Rosenkranz gebetet. Mein Großvater gab den Kindern Bibelunterricht. Die drei Onkel Anton, Peter und Georg, sie waren alle Priester, ließen sogar eine Kapelle errichten“, skizziert Granig sein stark religiös geprägtes Familienleben. Als Bub keimte in ihm schon der Wunsch Priester zu werden. Gelenkt wurde er vom damaligen Pfarrer Gottfried van Ackeren, laut Granig eine „geistliche Erscheinung“, und den Grazer Schulschwestern, die in Döllach eine Klosterschule führten. Der vom Kirchenjahr geformte Jahresablauf wurde in der Familie Granig streng eingehalten.

Priester aus Sagritz
In den vergangenen hundert Jahren gingen zwölf Priester aus Sagritz hervor: Georg Kahn, Bischof Josef Kahn, Peter Granig, Georg Granig, Anton Granig, Melchior Granig (sie sind schon verstroben), Pater Peter Granegger, Anton Granitzer, Josef Granig, Peter Granig, Josef Suntinger und Josef Dionys Suntinger.

Kirchenweinweihung in Sagritz
Unabhängiges Wochenblatt für Oberkärnten vom 25. April 1975
Spittal/Drau, Nr. 17/VII:
Ein Festtag für das obere Mölltal war die Weihe der völlig neu renovierten Kirche in Sagritz. Die Häuser des Ortes waren beflaggt und die Mölltalerinnen erschienen im Festgewand. Unter großer Anteilnahme der gesamten Bevölkerung des oberen Mölltales (in der Pfarre waren auch die Häuser beflaggt) wurde am Sonntag, den 20.04.1975 die Wiedereinweihung der dem Hl. Georg geweihten barocken Pfarrkirche der Pfarre Sagritz, nach Abschluss der Generalsanierung, feierlich begangen. Die Pfarre Sagritz ist eine der ältesten des Landes und besteht schon seit mehr als 1000 Jahren.

Pfarrkirche hl. Georg mit Friedhof in Sagritz 1945

Pfarrkirche hl. Georg mit
Friedhof in Sagritz 1945

Zur Pfarre Sagritz gehörten bis 1783 auch die heutigen Pfarren Heiligenblut und Mörtschach mit Rettenbach. Die aus dem Jahre 1140 stammende Bezeichnung „locus Chyrichaim“ sagt aus, dass schon vor dieser Zeit eine Kirche in Sagritz vorhanden war.
1273 wurde die Pfarre zur Propstei erhoben.
1516 erfolgte die Neueinweihung der Kirche durch Bischof Berthold von Chiemsee.
1615 sagt ein Visitationsbericht, dass die Kirche durch einen unterfließenden Bach in ihren Grundfesten und Mauern ruiniert sei.
1769-79 wurde die heutige barocke Kirche unter den Pfarrern Simon Laurenz Macher und Johann Georg Granegger unter großen finanziellen Opfern und Hilfeleistungen der Pfarrbewohner – waren doch jährlich zwischen 3000 und 4000 Gulden aufzubringen – neu erbaut. Der Turm, der 1552 schon bestand und 1676 als schon geneigt bezeichnet wird, stammt noch von der alten Kirche. Die neue Kirche wurde über die alte darüber gebaut. Während des Baues der neuen Kirche wurde in der alten Kirche noch der Gottesdienst abgehalten.
1782 am 2. August erfolgte die feierliche Weihe der neuen Kirche durch Fürstbischof Graf Schrattenberg aus St. Andrä im Lavanttal, an der viele tausend Menschen teilnahmen. Nach der Kirchweihe wurden 970 Firmlinge gesalbt.
1783 wurden die bisherigen Filialkirchen Heiligenblut und Mörtschach zu eigenen Pfarren erhoben.
1882-1892 erfolgt eine Gesamtrenovierung der Kirche.
1903 wurden die Holzteile des Turmes durch Blitzschlag eingeäschert.
Nach dem Ersten Weltkrieg mussten die Glocken neu beschafft werden.
In den zwanziger Jahren wurde die Kirche restauriert.
In den Dreißigerjahren mussten zwei Glocken wegen Bruch ausgewechselt werden.
Nach dem Zweiten Weltkrieg waren die Glocken wieder neu zu bestellen.
1950 Neueindeckung der gesamten Kirche.
1973-75 Generalrenovierung.
Diese kurze Statistik zeigt die Opferbereitschaft der Pfarreinwohner deutlich auf, besonders im Hinblick darauf, dass in der Pfarre 3 Kirchen und mehrere Kapellen vorhanden sind, die auch erhalten werden müssten.


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