Schulchronik

Die ältesten Aufzeichnungen in der Schulchronik der Volksschule stützen sich auf die mündliche Überlieferung. Niedergeschrieben hat sie der Lehrer und Schulleiter Anton Koban, welcher von 1866 bis 1896, also 30 Jahre, in Döllach wirkte.
So heißt es da wörtlich:
“Der in Sagritz lebende, bereits 80 Jahre alte Herr Johann Pirker, weiß folgendes anzugeben: Mein Großvater gleichen Namens sei als geprüfter Lehrer an der damaligen Trivial Schule (Lesen, Schreiben, Rechnen) zu Sagritz im Jahre 1746 angestellt worden, in Verbindung mit dem Organisten- und Messnerdienste“. Der Umfang der damals gegründeten Schule hat sich neben dem Schulort Sagritz auch auf die Ortschaften Mitteldorf, Göritz, Zirknitz, Allas, Döllach, untere Mitten, Putschall, Egg, Kraß, Ranach, Winklsagritz und Stampfen ausgedehnt. Besucht wurde diese Schule nur von den Knaben der genannten Wohnungen, denn die Mädchenschule war im Kloster zu Döllach.
Dem Großvater Johann Pirker folgte um 1785 ein gleichnamiger Sohn als Lehrer. Auch dieser versah den Organisten- und Messnerdienst der Pfarrkirche. Als Dotation hatte er von jedem schulbesuchenden Kind 40 Kreuzer für den Winterkurs zu fordern. Die Schulaufsicht hatte in dieser Zeit der Dechant von Obervellach.
Um 1810 etwa folgt dem zweiten Koch der dritte Johann Pirker als Organist, Messner und Lehrer, eben der erzählende Enkel, der “Achtzigjährige“. Mit dem letzten Johann Pirker endete die Knabenschule in Sagritz.
Michael Dünhofen, zog, aus nicht mehr bekannten Gründen von Sagritz nach Döllach. Der erste Lehrer war nun Herr Johann Reiter bis zum Jahre 1852. Zu dieser Zeit war die Schule im Hause „Entacher“ und später kam sie ins Messnerhaus (Benefizium). Zu Allerheiligen 1852 wird Herr Franz Fercher Lehrer der Knabenschule in Döllach. Zugleich ist er Organist und Messner von Sagritz und Döllach. Als Lehrer erhält er über Antrag des Dechants Josef Linser und Pfarrer Franz Xaver Weber, ein Jahreseinkommen von 73 Gulden 59 Kreuzer durch die Schulgemeinde.
Aus der Chronik der Mädchenschule:
Die Mädchenschule wurde fast gleichzeitig mit dem Bethaus oder Jungfrauenkloster im Jahre 1757 gegründet. Die Gründerin dieser Schule war die Stifterin des Klosters Maria Schober, Tochter des Max Schober, Gutsbesitzer zu Döllach. Diese hat das Kloster mit ihrem Vermögen erbaut und dasselbe am 8.10.1757 mit drei Töchtern ihrer älteren Schwester bezogen und eröffnete in der heizbar hergerichteten Wohnstube eine Schule. Es wurde Lesen, Schreiben, Rechnen und Handarbeiten unterrichtet und zwar unentgeltlich. Der Stifterin folgte als weitere Lehrerin Maria Mannhart, hernach Anna Maria Socher, darauf Elisabeth Entacher volle 30 Jahre.
1846 wurde die Klosterschule neu erbaut. “Die vormals gewesenen Jungfrauen ließen sich 1852 einkleiden und somit wird das Kloster eine Filiale des Mutterhauses Kaltern in Tirol. Fast 80 Mädchen besuchten zu dieser Zeit die Klosterschule der Schulschwestern.
Es war eine Privatschule und erhielt 1884 das Öffentlichkeitsrecht. Im selben Jahr wurde in Apriach eine Expositur errichtet, wo der Aushilfslehrer Ambros Troier die 40 Schüler der einklassigen Schule betreute. Ebenfalls 1884 erwirkte der damalige Bürgermeister von Döllach, Herr Balthasar Sauper, Postwirt, den Erwerb des k.u.k. Getreide oder Schüttkastens mit der dazugehörigen Grundparzelle zum Zwecke eines künftigen Schulhauses. Um die beiden Klassen (Knaben und Mädchen), die inzwischen gemeinsam im Benefizium (Messnerhaus) untergebracht waren, dort zu halten, bemühte sich der Hw. Pfarrer Albert Frank um eine bischöfliche Bewilligung zur Errichtung eines dritten Schulzimmers in der genannten Baulichkeit. Die Kirche hat dem Ansuchen stattgegeben und auch der k.u.k. Landesschulrat willigte ein.
So wurde für die „schwächeren“ Kinder der 1. und 2. Abteilung eine eigene Klasse errichtet. Mit dem Unterricht wurde 1885 eine Schulschwester betraut. 1896 scheidet der Schulleiter Anton Koban aus dem Schkuldienste. 1897 übernimmt Johann Forcher die Leitung, Gesamtschülerzahl 168. 1902 ist der Bau des neuen Schulhauses perfekt und 1903 wird mit dem Schulhausneubau begonnen.