Witterungsbedingte Ereignisse

1168 war ein solches Hochwasser (Wassergieß), dass der Möllfluss hinter dem Markt Döllach von einem Berg zum andern sich erstreckt hat und auch großen Schaden angerichtet hat. Auf dem Gries hat er fünf Häuser weggerissen. Der Zirknitzbach ist mit Holz und Steinen so hoch angeloffen, dass er bei der Säge in Döllach über den Dachfürst geflossen ist. Auch die Kirche von Maria Dornach war in höchster Gefahr durch das Hochwasser ruiniert zu werden. Im Jänner 1708 ist ein großer Schnee gefallen, wie seit Mausgedenken nie, darauf gab es eine so große Kälte, dass die wilden Tiere und zum Teil die Vögel in der Luft erfroren sind, aber auch viele Menschen sind zum Teil im Bett erfroren. 1840 hat der Zirknitzbach den Maierhof des Heinrich Moser, vlg. Bräuer in Döllach und die Keusche Unterer Schlosser weggerissen. 1847 ist am Mittwoch in der Karwoche ein rötlicher Schnee mit einer Höhe von 1 ½ Wiener Schuh gefallen. Die Farbe war wie Weizenkleie. Man hielt dies für ein schlimmes Vorzeichen. 1882, am 15. und 16. September starkes Hochwasser in Oberkärnten und Osttirol. Die Möll, die Zirknitz und der Frauenbach führten starkes Hochwasser. 1884 Schaffung der für uns so notwendigen staatlichen Wildbach- und Lawinenverbauung. 1914 Hochwasser im Mölltal. 1917 überaus starker Schneefall. Es wurden 7 Meter frisch gefallener Schnee gemessen. Lawinenabgänge vom Mohar und Gartl bis ins Tal. Die Lawinenreste lagen bis in den Mai hinein. Im Frühjahr gab es in der ganzen Region viele Murenabgänge. 1935 im Oktober war ein großes Hochwasser im Mölltal. Döllach und Pockhorn in Heiligenblut waren besonders betroffen. Die Vermurrung in Döllach wurde durch den freiwilligen Arbeitsdienst, der im Schloss Großkirchheim untergebracht war, in einem Jahr beseitigt. Das Material wurde mit Hunten auf Feldbahngleisen aus der Ortschaft geschoben. 1942 Hochwasser in Oberkärnten und Osttirol. Bei Nikolsdorf stürzte ein Personenzug wegen Unterspülung der Geleise in die Drau, mehrere Tote. Im Mölltal gab es keine größeren Schäden. Dies war im September. 1948 schneereicher Winter. 1951 Jänner fiel sehr viel Schnee. Viele Lawinenabgänge. In Heiligenblut zerstörte eine Lawine vom Schareck herunter einen Teil der Ortschaft. 14 Menschenleben waren zu beklagen. Die Lawine kam über das Gehöft Turner und den Hoferbach herunter, sie kam erst über der Möll in der Hadergassen zum Stehen. In der Asten wurde durch eine Lawine vom Mohar herab die alte Sadnighütte und einige Almhütten zerstört. Die Lawine kam vom Mohar über die Marxalm und Sauris herunter. In Heiligenblut soll die Lawine vor rund 300 Jahren auch dort herunter gekommen sein.

1965, am 2. September und 1966, am 17. August – große Hochwasserkatastrophe in Oberkärnten und Osttirol. In Döllach lagen beide Male, nach Abzug des Wassers, meterhohe Schuttmassen. Zum Teil reichten sie bis zur Decke des Parterres. 1965 wurden 380.000 m⊃3;; Schutt und 1966 420.000 m⊃3;; Schutt abgeführt. Durch Grazer Stadtwerke, Helfer Bundesheer. 1966, am 04.11. in der Nacht fiel in den Talorten zwischen 80 cm und 1,20 m Schnee. Dadurch wurden diese dabei auch Döllach von einer neuerlichen Katastrophe verschont. Die tiefer gelegenen Orte von Osttirol und Oberkärnten wurden ein drittes Mal schwer heimgesucht. 1975 Ostern im April schneite es vom Karfreitag bis Ostermontag ununterbrochen. Es fielen ca. 3 m Neuschnee. Am Ostermontag in der Früh ging wie 1917 die Moharlawine ab, richtete aber an Gebäude keinen Schaden an. 1348, am 25. Jänner stürzte der Dobratsch bei Villach ab und begrub einige Ortschaften unter den Gesteinsmassen.

Hochwasser beim Ferienhaus Hotel Post in Döllach

Hochwasser beim Ferienhaus Hotel Post in Döllach

Dem Volksmund nach könnte zu dieser Zeit auch der Mohar, Aussichtsberg oberhalb Sagritz, er soll höher als der Großglockner gewesen sein, abgestürzt sein und die Kirche von Maria Dornach in Mitteldorf unter sich begraben haben. Geschichtlich trifft dies sicher nicht zu, da zu dieser Zeit schon die Urbaren bestanden und die einzelnen Besitzer der Güter bekannt sind. Doch nirgends ist über eine derartige Katastrophe etwas zu lesen. Denken könnte man an die Folgen der Eiszeit oder an die Zeit zwischen 900 und 1000 nach Christi, da in dieser Zeit eine Naturkatastrophe großen Ausmaßes im Oberkärntner und Osttiroler Bereich stattgefunden hat. Bohrungen bei Draukraftwerk Sillian-Lienz haben ergeben, dass zu dieser Zeit die Enge bei Tassenbach-Strassen durch einen Bergsturz verlegt war und sich die Drau zu einem See gestaut hat. Erst im Laufe der Jahrhunderte hat sich die Drau ihren heutigen Lauf gebahnt. Der riesige Schüttkegel zwischen Sagritzerbrücke und Döllach lässt auf ein großes Naturereignis schließen.